Ich wurde adoptiert

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Als ich neun Monate alt war, kam ich aus Kolumbien in die Niederlande. Bis heute habe ich keine Ahnung, wo ich in den ersten neun Monaten meines Lebens gelebt habe oder wer meine leibliche

Familie ist.

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Kategorie

Beziehungen

Datum

17.05.2022

Länge

2 Min. Lesezeit

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Ich habe nie besonders darauf geachtet, obwohl es erschreckend war, als mir klar wurde, dass meine Tochter Yael und später mein Sohn Jonah selbst neun Monate alt waren. Meine Mutter kam, um mich in Kolumbien abzuholen, was ich immer noch für eine gefühllose Tat von ihr halte. Sie und mein Vater warteten viele Jahre auf meine Ankunft. Sie hielt mich zum ersten Mal in ihren Armen und spürte sofort: „Das ist mein Kind.“

„Sie hielt mich zum ersten Mal in ihren Armen und spürte sofort: ‚Das ist mein Kind.‘“

Chiara

In meinem Kopf und in meinem Herzen wusste ich: Meine Mutter ist meine Mutter. Und mein Vater war mein Vater; leider ist er vor einigen Jahren verstorben. Nachdem ich anderthalb Jahre bei meinen Eltern gelebt hatte, bekam ich eine Schwester, ebenfalls aus Kolumbien adoptiert, aber nicht meine leibliche Schwester. Sie fühlte sich sofort wie meine Blutschwester an. Und meine beste Freundin. Obwohl wir alle ganz unterschiedlich aussehen. Und wir alle vier völlig verschiedene Charaktere haben; wir sind eine Familie, und wir lieben uns sehr.

Viele Jahre später heiratete ich meinen besten Freund Reinier und wurde Mutter von zwei Kindern, die mir ähnlich sahen. Ein Traum wurde wahr. Endlich sah ich in Augen, die meinen ähnelten. Die gleichen geraden langen Wimpern, die gleiche breite Nase, glattes Haar, volle Wangen. Sie haben das gleiche flache Gesichtsprofil und einen leicht gewölbten Rücken. Die gleichen beweglichen Zehen und den gleichen sprühenden, lebhaften Charakter mit der gleichen lauten, begeisterten Stimme.

Eigene Kinder zu haben, veränderte mein Selbstbild. Plötzlich gab es eine Anerkennung, die mich weniger einsam fühlen ließ. Als adoptierte Kolumbianerin fühlte ich mich all die Jahre anders als die niederländischen Kinder um mich herum. Logisch, weil sie anders aussahen. Als ich meine Kinder bekam, bemerkte ich, dass ich anders zu gehen begann, entspannter auf der Straße. Ich war nicht mehr allein, sondern mit einem oder zwei meiner Kinder, die genau wie ich aussahen und die gleiche Ausstrahlung hatten. Wir waren zusammen ein Stamm.

Finde Chiara und ihre schöne Geschichte hier: www.indiaaninjekast.nl/blog

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